Erst die gewünschte Nutzung festlegen
Soll auf dem Garagendach eine niedrig wachsende Pflanzendecke entstehen oder möchten Sie einen Dachgarten nutzen? Diese Entscheidung bestimmt den weiteren Planungsbedarf. Eine Fläche für Pflanzen und gelegentliche Pflegearbeiten ist anders zu beurteilen als ein Dach, auf dem Menschen regelmäßig sitzen und sich bewegen sollen.
Extensive Begrünungen werden mit vergleichsweise anspruchslosen Pflanzengemeinschaften und geringerem Pflegeaufwand geplant. Intensive Begrünungen können stärker gestalteten Gärten mit Stauden, Rasen oder Gehölzen entsprechen. Zinco beschreibt diese Bandbreite in seiner Planungshilfe. Die Bezeichnung allein legt aber weder das tatsächliche Gewicht noch die Eignung Ihres Dachs fest.
Beschreiben Sie deshalb das gewünschte Ergebnis möglichst konkret. Welche Bereiche sollen begrünt werden, welche zugänglich bleiben und welcher Pflegeaufwand ist auf Dauer realistisch? Lassen Sie Nutzung und bauliche Voraussetzungen gemeinsam prüfen. Ein späterer Wechsel von einer einfachen Begrünung zu einer Terrasse sollte nicht als selbstverständliche Ergänzung behandelt werden.
Den vorhandenen Dachaufbau untersuchen lassen
Vor der Auswahl eines Begrünungspakets muss bekannt sein, worauf es liegen soll. Geben Sie vorhandene Dachpläne und Unterlagen zu Abdichtung, Dämmung und Tragkonstruktion an den Betrieb weiter. Sind einzelne Schichten unbekannt, sollte die Fachplanung benennen, welche Untersuchung für eine belastbare Entscheidung benötigt wird.
Eine neue Pflanzenschicht behebt keine vorhandene Undichtigkeit. Lassen Sie Feuchtespuren, beschädigte Anschlüsse und den Zustand der Dachabdichtung vorab beurteilen. Wenn ohnehin saniert werden muss, können die Anforderungen der geplanten Begrünung in die neue Ausführung aufgenommen werden. Das verhindert, dass ein gerade erneuertes Detail kurz danach wieder angepasst werden muss.
Auch verfügbare Anschlusshöhen und vorhandene Aufbauten sind wichtig. Türen, Lichtkuppeln, Dachränder und Lüftungsbauteile werden durch einen höheren Aufbau anders eingebunden. Lassen Sie diese Stellen aufnehmen und die vorgesehene Lösung zeigen. Ein passendes Pflanzenpaket für die freie Fläche beantwortet die Anschlussfragen noch nicht.
Mit dem nassen Gewicht rechnen
Für die zusätzliche Auflast ist der wassergesättigte Zustand maßgeblich. Darauf weisen sowohl der Bundesverband GebäudeGrün als auch Zinco hin. Das trockene Liefergewicht eines Substrats reicht daher für die Beurteilung nicht aus. Außerdem müssen sämtliche Bestandteile des vorgesehenen Aufbaus berücksichtigt werden.
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht den Unterschied zwischen einer Materialangabe und der gesamten Dachlast. Zinco nennt in seiner Tabelle für die Systemerde “Sedumteppich” wassergesättigt 14 Kilogramm je Quadratmeter und je Zentimeter verdichteter Schicht. Bei acht Zentimetern wären das rechnerisch 112 Kilogramm je Quadratmeter allein für dieses Substrat. Auf 50 Quadratmetern ergeben sich daraus 5.600 Kilogramm.
Dieses Beispiel ist keine Auslegung für Ihr Dach. Schutz- und Dränschichten sowie Pflanzen sind noch nicht enthalten; Schnee und mögliche Nutzungslasten kommen gesondert hinzu. Auch ein vorgesehener Wasseranstau muss berücksichtigt werden. Lassen Sie deshalb den vollständigen Aufbau und die vorhandene Tragfähigkeit gemeinsam beurteilen, bevor Material bestellt oder auf dem Dach gelagert wird.
Eine alte Kiesschicht gibt keine pauschale Freigabe
Wenn vorhandener Kies entfernt werden soll, kann dessen Gewicht in der Planung eine Rolle spielen. Für den Vergleich müssen jedoch der tatsächliche Bestand und der neue Aufbau bekannt sein. Die Aussage “Vorher lag Kies darauf” beschreibt weder seine Menge noch den Zustand der Tragkonstruktion.
Bitten Sie die zuständige Fachplanung um die Bewertung der konkreten Lasten. Dabei sollte feststehen, welche Schichten entfernt und welche erhalten werden. Eine allgemeine Gewichtsübersicht aus einem Prospekt ersetzt diese Bestandsaufnahme nicht. Das gilt ebenso bei leichten Garagen- oder Carportdächern, deren Reserven vor der Begrünung geklärt werden müssen.
Auch die Verteilung gehört zur Planung. Ein höherer Pflanzbereich oder ein schweres Gefäß belastet das Dach anders als eine gleichmäßig dünne Schicht. Lassen Sie solche Gestaltungswünsche früh aufnehmen. Zusätzliche Erde sollte später nicht nach Gefühl an einer beliebigen Stelle aufgeschüttet werden.
Abdichtung und Wurzelschutz unterscheiden
Das Dach braucht eine geeignete Abdichtung und einen passenden Schutz gegen Durchwurzelung. Beides kann durch eine dafür geeignete Dachabdichtung erfüllt werden; andernfalls kommt eine zusätzliche Wurzelschutzlage infrage. Der Bundesverband GebäudeGrün beschreibt beide Wege und verweist auf entsprechende Nachweise für die eingesetzten Produkte.
Lassen Sie die vorhandene oder neue Abdichtung genau benennen. Ist ihre Eignung für die geplante Begrünung belegt, und wie werden Nähte und Anschlüsse ausgeführt? Ein unbekanntes Material sollte nicht allein deshalb als wurzelfest gelten, weil es bisher dicht war. Wasserdichtheit und Eignung gegen Durchwurzelung sind unterschiedliche Fragen.
Der Schutz muss außerdem mit den angrenzenden Bereichen abgestimmt werden. Der Verband weist darauf hin, auch nicht unmittelbar bepflanzte Teilflächen zu berücksichtigen. Klären Sie deshalb Dachränder, Kiesstreifen und weitere Übergänge im Zusammenhang. Eine Wurzelschutzfolie nur unter der sichtbaren Pflanzfläche beschreibt noch keine vollständige Lösung.
Den Schichtaufbau verständlich erklären lassen
Ein Gründach besteht aus aufeinander abgestimmten Schichten. In der Zinco-Darstellung gehören dazu Pflanzen, Vegetationstragschicht, Filter, Dränschicht sowie Schutz- und gegebenenfalls Wurzelschutzlagen. Die tatsächliche Ausführung hängt vom gewählten System und vom vorhandenen Dach ab. Verlangen Sie deshalb eine Beschreibung des konkreten Aufbaus.
Das Filtermaterial soll unter anderem verhindern, dass feine Bestandteile die vorgesehenen Funktionen der darunterliegenden Schicht beeinträchtigen. Die Dränschicht unterstützt den Wasserhaushalt und führt überschüssiges Wasser ab. Eine mechanische Schutzlage schützt die Dachhaut. Diese Aufgaben lassen sich nicht durch eine beliebige Folge ähnlich aussehender Materialien ersetzen.
Fragen Sie auch nach der vorgesehenen Substratmenge und dem Zustand, auf den sich die Schichtdicke bezieht. Liefermenge, Einbau und spätere Setzung sollten in der Planung berücksichtigt sein. Für den Angebotsvergleich ist eine klare Produkt- und Aufbauangabe hilfreicher als die Sammelposition “Erde und Pflanzen aufbringen”.
Überschüssiges Wasser weiter sicher ableiten
Eine Begrünung kann Niederschlagswasser zurückhalten. Trotzdem entsteht Überschusswasser, das vom Dach abgeleitet werden muss. Zinco und der Bundesverband GebäudeGrün behandeln die Entwässerung deshalb als eigenen Teil der Planung. Die vorhandenen Abläufe dürfen nicht einfach unter dem neuen Aufbau verschwinden.
Lassen Sie prüfen, wie Wasser aus den unterschiedlichen Schichten zu den Abläufen gelangt und welche Anpassungen am Dach erforderlich sind. Vorhandenes Gefälle und örtliche Tiefpunkte gehören in diese Beurteilung. Bei einem gezielt geplanten Retentionsaufbau sind Wasserspeicherung und Ableitung ebenfalls konkret festzulegen; stehendes Wasser ist nicht automatisch eine geeignete Retentionslösung.
Für die spätere Kontrolle müssen Entwässerungseinrichtungen erreichbar bleiben. Die Zinco-Planungshilfe beschreibt dafür unter anderem Kontrollschächte über Abläufen in Vegetationsflächen. Lassen Sie deren Lage im Plan kennzeichnen. Kontrollieren und Reinigen müssen möglich sein, ohne zunächst die Lage eines verdeckten Ablaufs suchen zu müssen.
Pflanzen nach Standort und Aufbau auswählen
Sonne, Schatten und Wind beeinflussen die Bedingungen auf der Dachfläche. Dazu kommen der verfügbare Wurzelraum und die Wasserversorgung des geplanten Aufbaus. Besprechen Sie diese Bedingungen mit dem Begrünungsbetrieb. Eine Pflanzenmischung sollte zum Dach passen, statt allein nach einem attraktiven Foto ausgewählt zu werden.
Der Bundesverband GebäudeGrün rät davon ab, gewöhnlichen Oberboden für eine extensive Begrünung zu verwenden. Er nennt unter anderem ungünstige Dräneigenschaften, zusätzliche Gewichtsbelastung und eine oft unbekannte Zusammensetzung. Verwenden Sie deshalb das für die geplante Vegetation vorgesehene Substrat. Ein vorhandener Erdhaufen im Garten ist keine gleichwertige Materialbeschreibung.
Klären Sie außerdem die Bewässerung während des Anwachsens. Zinco empfiehlt dafür eine erreichbare Wasserversorgung. Ob und wie später zusätzlich bewässert werden muss, hängt vom Begrünungsziel und den Bedingungen ab. Lassen Sie den vorgesehenen Aufwand benennen, bevor Sie sich auf die Aussage “pflegeleicht” verlassen.
Zugang und Schutz für spätere Arbeiten vorsehen
Auch ein extensiv begrüntes Dach muss für Kontrolle und Pflege erreichbar sein. Die BG BAU behandelt bei Bestandsdächern Zugang, Dachkanten, Öffnungen und Tragfähigkeit als zusammenhängende Sicherheitsfragen. Diese Planung sollte vor der Ausführung erfolgen und sich auf die tatsächlich nötigen Arbeiten beziehen.
Fragen Sie nach dem sicheren Weg zu Abläufen und Pflegebereichen. Welche Schutzmaßnahmen werden für die spätere Nutzung benötigt, und wie bleiben sie erreichbar? Ein begehbarer Dachgarten benötigt zudem eine Planung für den regelmäßigen Aufenthalt. Die bloße Möglichkeit, eine Fläche zu betreten, sagt noch nichts über ihre vorgesehene Nutzung aus.
Wenn Photovoltaik hinzukommen soll, stimmen Sie beides gemeinsam ab. Aufbau, Befestigung und Pflegezugang dürfen sich nicht gegenseitig behindern. Lassen Sie die tatsächliche Kombination beurteilen. Allgemeine Aussagen über mögliche Vorteile eines Solargründachs ersetzen weder diese Planung noch einen Nachweis für Ihr Dach.
Pflege als Teil des Auftrags vereinbaren
Der Bundesverband GebäudeGrün unterscheidet Fertigstellungs-, Entwicklungs- und Unterhaltungspflege. Diese Phasen betreffen unterschiedliche Zustände der Vegetation. Klären Sie, welche Leistungen nach dem Einbau enthalten sind, wie lange die Betreuung vereinbart ist und wer danach die Pflege übernimmt.
Zur Pflege können das Entfernen unerwünschten Aufwuchses, die Behandlung von Fehlstellen und weitere zur Vegetation passende Arbeiten gehören. Davon zu unterscheiden ist die Wartung technischer Einrichtungen wie Abläufe und Dachanschlüsse. Lassen Sie beide Bereiche im Leistungsumfang erkennen. Ein Angebot nur für Pflanzenpflege lässt technische Kontrollen möglicherweise offen.
Vereinbaren Sie Termine und Zuständigkeiten passend zum konkreten Dach. Eine allgemeine Besuchszahl beschreibt nicht, was bei einem Pflegegang tatsächlich erledigt wird. Lassen Sie auch festhalten, wie Befunde dokumentiert und notwendige zusätzliche Arbeiten abgestimmt werden. So bleibt die Betreuung nach der Herstellung nachvollziehbar.
Angebote für Dach und Begrünung zusammenführen
Für einen belastbaren Vergleich brauchen alle beteiligten Betriebe dieselbe Beschreibung von Dachzustand, Nutzung und gewünschtem Aufbau. Klären Sie die Übergabe zwischen Abdichtungsarbeiten und Begrünung. Wer prüft den vorbereiteten Untergrund, wer dokumentiert wichtige Anschlüsse und wann darf der nächste Arbeitsschritt beginnen?
Besprechen Sie auch den Materialtransport und die Zwischenlagerung. Substrat und andere Baustoffe sollten nach dem abgestimmten Ablauf angeliefert und verteilt werden. Die geplante gleichmäßige Last des fertigen Gründachs ist keine Aussage darüber, welche Materialstapel während der Bauphase an einzelnen Stellen möglich sind.
Ihre Dachanfrage ist kostenfrei und unverbindlich. Wählen Sie Zeitpunkt, Dachart und Umfang und geben Sie die tatsächliche Gebäude-PLZ an. Den Wunsch nach Begrünung, vorhandene Pläne und die spätere Nutzung besprechen Sie anschließend mit dem Betrieb. Daraus kann ein passender Vorschlag für Sanierung und weiteren Aufbau entstehen.
Was möchten Sie an Ihrem Dach sanieren?
Nennen Sie den gewünschten Zeitpunkt, die Dachart, den geplanten Umfang und die tatsächliche Gebäude-PLZ. Fragen Sie kostenfrei und unverbindlich passende Angebote an.
Angebote anfragen